... Comic-Kult aus Japan! - aber was steckt eigentlich dahinter?

Der Duden gibt uns folgende Definition:

Man|ga das od. der; -s, -s <jap.>: aus Japan stammender handlungsreicher Comic, der durch besondere grafische Effekte gekennzeichnet ist

Jaqueline Berndt schreibt in ihrem Buch "Phänomen Manga":

[...] Mit "Manga" meint man gegenwärtig in erster Linie Story-Manga, literarischen Erzählmustern folgende Comics mit Längen von 16, 32 oder mehr als 64 Seiten, die oft über Jahre als Serie in Zeitschriften und anschließend in vielbändigen Buchausgaben erscheinen. [...] Ursprünglich wird das Wort "Manga" mit zwei chinesischen Schriftzeichen (Kanji) geschrieben, von denen das erste, man gelesene, für "komisch, witzig, verzerrt" steht [...] und das zweite, ga gelesene, für gemalte, gezeichnete oder gedruckte Bilder.
(a.a.O.) Das Phänomen Manga ist in Japan schon seit langem unübersehbar. Insbesondere in den achtziger Jahren hat es eine Popularität erlangt, die weltweit einzigartig sein mag. [...] Als kommerzielles Erfolgsbeispiel kann die Manga-Wochenzeitschrift für Jungen "Shônen Jump" (Shûeisha-Verlag) gelten. [...]

Während in Deutschland oder Frankreich Comics mit einem herstellungstechnisch vergleichsweise großen Aufwand publiziert werden, das teure Album der Regelfall bei den an Erwachsene und Jugendliche gerichteten Comics ist und man in den letzten Jahren auch einen Trend zum bibliophilen und luxuriösen Comic-Buch feststellen kann, sind für Japan die vorwiegend monochromen Manga-Zeitschriften auf stark holzhaltigem Papier typisch, die ungefähr ein bis zwei Dutzend in Fortsetzungsfolgen erscheinende Comic-Geschichten verschiedener Zeichner enthalten. Bei "Shônen Jump" beispielsweise sind es achtzehn Serien in jeder Ausgabe, und diejenigen, die bei den Lesern keinen Anklang finden, werden in der Regel bereits nach zehn Wochen abgesetzt. [...]
 




Zur Person Akira Toriyama, dem Schöpfer von DragonballZ

Akira Toriyama wurde am 5. April 1955 in Aichi Prefecture geboren. Schon in jungen Jahren war er von Comics und Zeichentrickfilmen völlig begeistert. Nach seinem Abschluß begann er als Grafiker in einer Werbeagentur zu arbeiten.
1978 bekam er dann von dem großem japanischen Comic-Magazin "Shonen Jump" eine große Chance. Er wurde dort als Zeichner eingestellt, wo er seine erste Kurzgeschichte "Wonder Island" herausbrachte.
Im darauffolgenden Jahr zeichnete er seinen ersten großen Erfolg, den Manga "Dr. Slump". Die Serie startete in "Shonen Jump" im Januar 1980 und wurde bis zum August 1984 fortgeführt.
Direkt im Anschluß daran startete er mit Dragonball. Dieser Manga, mit dem er natürlich auch den größten Erfolg hatte, lief 10 Jahre, also bis ca. Frühling 1995. Zu dieser Zeit erschienen 42 Bücher, die TV Serie, etliche Kino- und Videofilme und auch noch dutzende Videospiele über Dragonball.

Außerdem war der als Charakterdesigner für folgende Spiele zuständig:

  • alle Dragon Quest Konsolen Games (SNES)
  • Toraneko's Great Adventure (SNES)
  • Chrono Trigger (SNES) (Story von Yujii Horii)
  • Tobal #1 and #2 (Sony PlayStation)

Nachdem er dann für zweieinhalb Jahre eine Pause einlegte, meldete er sich wieder im November 1997 mit seinem neuem Manga "Cowa!" zurück. Im Juli 1998 brachte er endlich den 12 Kapitel langen Manga "Kajika" heraus.
Trotz seines großen Erfolges ist Akira Toriyama ein recht scheuer und zurückgezogen lebender Mensch, der das Leben auf dem Lande stets dem hektischen Treiben in der Großstadt vorgezogen hat.

DragonballZ
nach oben


Zur Person Katsuhiro Otomo, dem Schöpfer von   Akira:

Katsuhiro Otomo wurde im April 1954 in Miyagi, einer ländlichen Provinz 400km nordöstlich von Tokio geboren. Schon während seiner Jugend galt seine ganze Liebe dem Film, und oft nahm er die dreistündige Fahrt zum nächstgelegenen Kino auf sich. Am stärksten prägten ihn die amerikanischen Filme der 70er Jahre wie etwa "Bonnie and Clyde" oder "Easy Rider".
Nach seinem Schulabschluß zog Otomo 1973 nach Tokio und veröffentlichte noch im gleichen Jahr seinen ersten Comic, eine Adaption von Prosper Merimées "Mateo Falcone". In den Jahren darauf schuf er eine große Zahl von Kurzgeschichten für das Magazin "Action", die in vier Büchern nachgedruckt wurden. Mit "Fire Ball" veröffentlichte er 1979 seinen ersten langen Science-Fiction-Comic.
Otomos Stil stieß sofort auf Begeisterung. Die Zeitschrift "Asahi" schrieb über ihn: "So wie das "New-Wave-Kino das Buch des alten Hollywood-Stils zuklappte, so ist Otomo angetreten, um mit den alten Konventionen der japanischen Comics zu brechen." Seine 230-seitige Geschichte "Domu", die er von 1980 bis 1982 zeichnete, stand 1983 mit 500.000 verkauften Exemplaren auf Platz 1 der Bestsellerlisten und brachte ihm den "Großen Science-Fiction-Preis" ein, der zuvor nur für Romane vergeben wurde.
Im Dezember 1982 erschien in "Young Magazine" die erste Folge von AKIRA; der Nachdruck in Buchform verkaufte sich millionenfach. Die Geschichte ist auf einen Umfang von 2000 Seiten angelegt. 1988 wurde auch der gleichnamige abendfüllende Zeichentrickfilm (Anime), bei dem Otomo selbst Regie führte, fertiggestellt.


Akira
nach oben


zurück